Ja zu Heroin, nein zu Cannabis

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Verfolgt man die Geschichte des Cannabis-Verbots, fällt auf, dass es ursprünglich weniger um die Angst vor gesundheitlicher Gefährdung, als vielmehr um Wirtschaftsinteressen ging – die allerdings von einer außergewöhnlich massiven moralisch-ideologischen Propaganda befeuert wurden. Dass der indische Hanf 1929 ins deutsche Strafgesetzbuch übernommen wurde, ist Ergebnis eines Kuhhandels zwischen Ägypten und Deutschland auf der zweiten Opiumkonferenz: Neben Indien wollte auch Kairo Cannabis verbieten lassen – zu einer Zeit, als Hanfprodukte in deutschen Apotheken noch frei erhältlich waren und deutsche Bauern als billigen Tabakersatz Hanf (Knaster) rauchten.

Der ägyptische König klagte über die lähmende Wirkung von Cannabis und wünschte sich „arbeitsamere und strebsamere“ Untertanen. Auf der Konferenz nun kam es auf die deutsche Stimme an – und Ägypten zog 1925 nach dem deutschen „Ja“ zu einem Verbot seinerseits die Drohung zurück, Importverbote für die Pharmaprodukte „Heroin“ (Bayer) und „Kokain (Merck) zu erlassen. Heroin siegte über Cannabis.

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