Firma E. Merck

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Die Jahre 1880 bis 1900 können als Höhepunkt der Erforschung, Verbreitung und Ver- schreibung von Hanf als Medizin genannt werden. Eine Vorreiterrolle in der Erfoschung und Herstellung von Cannabispräparaten nahm Ende des 19. Jahrhunderts die

in Darmstadt be- heimatete Firma E. Merck ein. Auch Konkurrenzfirmen wie Bourroughs, Wellcome & Co. aus England sowie die zuvor erwähnten amerikanischen Unternehmen Parke-Davis & Co. und Eli Lilly oder Squibb stellten hochwertige Produkte her und verhalfen dem Hanf zu bisher nie da gewesener Beliebtheit. Die meisten der auf dem Markt befindlichen Zubereitungen wur- den oral eingenommen. Etwa ein Drittel war zur äußeren Anwendung gedacht. Einige der Präparate wurden inhalativ zugeführt, wobei sich Asthmazigaretten (die unter anderem auch Cannabis enthielten) besonderer Beliebtheit erfreuten. Die aus Edinburgh stammenden Brü- der Smith vertrieben 1846 das erste industriell hergestellte Präparat Cannabin. Beherrschten Mitte des 19. Jahrhunderts noch Monopräparate den Markt, so setzten sich im Laufe der Zeit zusehends Kombinationszubereitungen wie das außerordentlich beliebte Bromidia durch. Dieses Schlafmittel – ein Kombinationspräparat aus Haschisch, Bromkalium, Chloralhydrat und Bilsenkraut – wurde in der Schweiz bis 1959 als betäubungsmittelpflichtiges Medikament verordnet [3].

 

Literatur

[3] Grotenhermen, F. und Brenneisen, R. Cannabis und Cannabinoide: Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potenzial. Hrsg. von Grotenhermen, F. Verlag Hans Huber, 2004.

 

Quelle:

Diplomarbeit

Geschichte, Pharmakologie und moderne klinische Anwendung von Cannabis sativa und seinen Wirkstoffen

eingereicht von – Simon Pintar

Geb.Dat.: 9.5.1984

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