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Federal Bureau of narcotics and dangerous drugs – (FBN)

Zur weitaus wirksameren Kraft für ein weltweites Verbot von Haschisch und Marihuana wurden die USA, federführend das eigens gegründete „Federal Bureau of narcotics and dangerous drugs“  (FBN). Auch den Amerikanern ging es eigentlich nicht so sehr um das  Verbot der Droge. „Dass es sich bei Cannabis um eine wirtschaftlich bedeutsame Nutzpflanze handelte, welche der aufstrebenden Kunstfaserindustrie Anfang des Jahrhunderts im Wege stand, wird häufig übersehen beziehungsweise bewusst ignoriert“, erklärt der Deutsche Hanfverband (DHV) die amerikanische Motivlage. Die USA, weltweit größter Baumwollproduzent, wollten die Hanfpflanze als Konkurrenz beseitigen und setzten das globale und umfassende Cannabisverbot in jahrzehntelanger diplomatischer Arbeit durch, bestätigt Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Das ist insofern interessant, als noch 1916 das US-Landwirtschaftsministerium die Bedeutung und die stofflichen wie materiellen Vorzüge von Hanf bei der Papierherstellung angepriesen hatte. Das wiederum mobilisierte ein finanzstarkes Trio aus Randolph Hearst (Wald- und Papierfabrikbesitzer, Zeitungsmagnat), dem Chemieriesen Du Pont (der mit Chemikalien zur Papierherstellung aus Holz sein Geld verdiente) sowie dem Bankier Andrew Mellon (zweitreichster Mann der USA, Finanzminister, Hauptfinanzier von Du Pont). Mellon ernannte den zukünftigen Mann seiner Nichte, Harry J. Anslinger, zum Leiter des FBN.

Neben der Kunstfaserindustrie baute auch die Pharmaindustrie enormen Druck auf die Produzenten von cannabishaltiger Medizin auf. Chemische Medikamente mit klar definierten Wirkstoffen wurden entwickelt, hinzu kam ein Marihuana-Steuergesetz, das kleine Betriebe vom Markt vertrieb und Ärzte vergrätzte, die wegen der komplizierten Buchführung aufhörten, Cannabis zu verschreiben.

Der „Marihuana tax act“ von 1937 wurde von einem regelrechten Kreuzzug des FBN ideologisch flankiert, Filme und Bücher warnten vor Tod und Verderben durch das „Mörderkraut“ und die „Killerdroge“ – ohne jeglichen wissenschaftlichen Nachweis.  Marihuana wurde nur noch als Rauschgift verteufelt, mit dem „Neger, Mexikaner, Puerto-Ricaner und Jazzmusiker“ das Land vergiften wollten, um anschließend weiße Frauen zu vergewaltigen.Auch wenn man die US-Drogenpolitik nicht an einem einzigen Akteur festmachen kann, so war Anslinger doch Symbolfigur des harten US-Kurses, maßgeblich auch für die Vereinten Nationen, auf deren Fluren er von 1948 an das UN-Drogenbüro leitete. In dieser Funktion führte er die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1954 zu der „Erkenntnis“, Hanf und seine Derivate hätten keinerlei therapeutischen Wert. Krönung für Anslinger wurde 1961 die „Single Convention of narcotic drugs“, in der Cannabis mit Morphin und ähnlichen Substanzen gleichgesetzt wurde. Der Kreuzzug war am Ziel, das Kraut weltweit zur „flora non grata“ geworden. Nicht nur der Handel, auch der Konsument waren kriminalisiert.